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Die Wirkung von Brennnesseltee

Das Wissen um die Heilkraft von Pflanzen ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit. So waren die Heilmittel der Natur bis vor ungefähr 200 Jahren die einzigen Medikamente, die zur VerfĂĽgung standen. Und hier ist die Brennnessel schon seit der Antike als eine der heilkräftigsten Kräuterpflanzen ĂĽberhaupt bekannt. Die Anwendungsgebiete des fein geschnittenen Krauts, aus dem der Brennnesseltee besteht, sind zahlreich. Tee aus Brennnesseln wirkt durchspĂĽlend, entgiftend und entzĂĽndungshemmend. Schon Kneipp hat hinsichtlich entzĂĽndlicher Prozesse geurteilt: „Die Brennnessel hat in der Tat fĂĽr Kenner den größten Wert.“

Die Brennnesseltee Wirkung auf den Körper

Brennnesseltee wirkt anregend auf sämtliche Stoffwechselvorgänge des Körpers. Leber, Galle und vor allem auch die Niere werden durch den Genuss von Brennnesseltee so in ihrer Arbeit unterstützt, dass sie den Körper besser von den alltäglich aufgenommenen schädigenden Stoffen entgiften können. Dadurch, dass der Tee entwässernd wirkt, werden Niere und Blase gut durchgespült. Insgesamt gesehen könnte man die Wirkweise des Brennnesseltees auch mit dem Schlagwort Detox beschreiben.

Die Anwendung von Brennnesseltee

Brennnesseltee sollte bei bestehenden Beschwerden am besten kurweise angewendet werden. Die richtige Dosierung für eine Durchspülungskur ist hier: Etwa 2-4 TL der getrockneten und fein geschnittenen Blätter der Brennnessel werden mit 150 ml kochendem Wasser übergossen und 10 Minuten ziehen gelassen. So zubereitet können davon 2-3 Tassen über den Tag verteilt getrunken werden und das etwa 3-4 Wochen lang. Geschmacklich kann frischer Brennnesseltee auch mit Zitrone und auch ein wenig Honig aufgewertet werden. Wer an einer Erkältung leidet, hat dann auch gleich einen unterstützenden Erkältungstrunk. Vorbeugend und als allgemein immunsystemstärkend kann Brennnesseltee auch ganzjährig getrunken werden.

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Bei welchen Anwendungsgebieten wirkt Brennnesseltee?

In der Volksheilkunde gilt die Brennnessel seit jeher als „blutreinigendes Mittel“, das bei Blasen- und Harnwegserkrankungen sowie Prostataleiden eingesetzt werden kann. Ebenso wurde die Brennnessel schon lange gegen Krankheiten wie Arthritis, Muskelrheumatismus und Diabetes eingesetzt. Vieles von diesem ĂĽber die Jahrhunderte weitergegebenen Wissen ist mittlerweile durch Forschungen wissenschaftlich bestätigt. So wurde herausgefunden, dass sich die Blutwerte von Typ 2 Diabetikern durch AuszĂĽge verbessern lieĂźen. Allerdings wurde den Probanden hier nicht Tee, sondern ein hochdosierter alkoholischer Auszug als zu testendes Mittel gegeben.

Die Niere

Lange galt die Brennnessel als besonders probates Mittel zur Blutreinigung, worunter man heute eine starke Anregung der Nierentätigkeit versteht. Ausdrücklich empfohlen wird Brennnesseltee zur Vorbeugung und Behandlung von Nierengrieß. Und damit dient Tee aus Brennnesseln auch zur Vorbeugung gegen Nierensteine. Diese entstehen, wenn die Mineralsalze, die sich sonst in gelöster Form im Harn befinden, kristallisieren. Warum ist nicht ausreichend geklärt, aber wahrscheinlich spielen auch hier wiederkehrende Harnwegsinfekte, Gicht und auch eine zu geringe Trinkmenge eine Rolle.

Die Blase

Die gute Wirkung des Brennnesseltees gegen Blasenentzündung ist nicht nur eine der bekanntesten in der Volksheilkunde, sondern auch gut in der Forschung belegt. Mehrere seiner zahlreichen Brennnessel Inhaltsstoffe sind es, die ihn zu einem guten Mittel gegen entzündliche Erkrankungen der ableitenden Harnwege macht. So sind es Kalium, Kaliumsalze und Kieselsäure, die hier ausschwemmend wirken. Wobei auf eine insgesamt gesteigerte Flüssigkeitszufuhr geachtet werden sollte: Denn nur so kann eine Durchspülung der Blase und das Ausspülen der krankmachenden Bakterien gelingen. Andernfalls hätte die Brennnessel wegen ihrer entwässernden Wirkung eher einen kontraproduktiven Effekt.

Nebeneffekt einer Durchspühlungstherapie mit Brennnesseltee ist auch eine vermehrte Ausscheidung von Harnsäure. Und das ist wahrscheinlich der Grund für die volksmedizinische Annahme, dass die Brennnessel auch ein probates Mittel gegen Gicht ist, oder zumindest lindernd oder vorbeugend bei Schüben wirkt.Noch ist dies nicht wissenschaftlich belegt. Unbestritten ist allerdings, dass durch das Trinken von Brennnesseltee Blasensteinen vorgebeugt werden kann.

Die Leber

Die Leber ist neben der Niere eines unserer größten Entgiftungsorgane. Eine funktionierende Leber ist daher lebenswichtig. Anders als die Niere ist die Leber jedoch recht gut in der Lage, sich bei der richtigen Behandlung wieder von Erkrankungen zu erholen. Und hier kann Brennnesseltee auch eine Unterstützung sein.

Die Gelenke

Besonders gut erforscht ist die heilsame Wirkung von Brennnessel Tee bei entzündlichen Veränderungen des Bewegungsapparats. So wird die Brennnessel wegen ihrer entzündungshemmenden Wirkung bei Arthritis ausdrücklich als gut geeignet zur Behandlung empfohlen. Nachweislich ist die in der Brennnessel enthaltene Caffeoyläpfelsäure in der Lage, Enzyme und Botenstoffe zu hemmen, die bei rheumatischen Beschwerden und Arthritis die Entzündungsreaktionen im Körper hervorrufen.

Gegen Bluthochdruck

Von Naturmedizinern werden Präparate mit Brennnesseln gerne zur Regulierung des hohen Blutdrucks empfohlen. Auch Hildegard von Bingen hat die Brennnessel in diesem Zusammenhang schon sehr gelobt. Ein Grund für hohen Blutdruck können auch Wassereinlagerungen im Körper sein. Und hier kommt abermals die Fähigkeit zur Entwässerung des Körpers durch Brennnesseltee zum Tragen.

Bei einer Diät zum Abnehmen

Allein durch seine stoffwechselanregende Wirkung kann Brennnesseltee bei einer Diät unterstützend wirken. Allerdings kann Brennnesseltee nicht direkt beim Fettabbau helfen: Die subjektiv schlank machende Wirkung ergibt sich wahrscheinlich lediglich aus der Tatsache, dass der Tee entwässernd wirkt. Und hier liegt auch eine Gefahr. Denn wer aufgrund des vermeintlich beschleunigten Fettabbaus zu viel Brennnesseltee und sonst gar nichts mehr trinkt, könnte wegen der entwässernden Wirkung stark dehydrieren.

Gegen Haarausfall

Auch auf Haut und Haare hat das vermehrte Trinken von Brennnesseltee eine positive Wirkung: Die Haare werden glänzender, gut frisierbar – sehen insgesamt gesünder aus. Das liegt vor allem an der enthaltenen großen Menge an Kieselsäure, die neben anderen gesunden Inhaltsstoffen hier am meisten zum Tragen kommt. Äußerlich als Haarspülung angewendet, wird dem Tee durch seine Förderung der Durchblutung auch eine hemmende Wirkung bei Haarausfall nachgesagt.

Probleme mit der Haut

Genau diese durchblutungsfördernde Wirkung ist es wohl, die auch den Hautzustand, durch eine beschleunigte Zellteilung und Hauterneuerung verbessern hilft. So kann die entzündungshemmende Wirkung auch bei Pickeln und Akne hilfreich sein.

Hat Brennnesseltee auch Nebenwirkungen?

Brennnesseltee ist insgesamt gesehen sehr gut verträglich. Trotzdem kann es manchmal zu Nebenwirkungen kommen. So berichteten Anwender vereinzelt von leichten Beschwerden im Magen-Darm-Bereich. Durchfall und stärkere Übelkeit treten dagegen eher bei höherer Dosierung von konzentrierten Brennnesselpräparaten aus der Wurzel auf.

Was bei keinem natĂĽrlichen oder synthetisch hergestellten Stoff auszuschlieĂźen ist, sind allergischen Reaktionen hier insbesondere der Haut. Allerdings kommen auch Allergien eher selten vor.

Wann darf Brennnesseltee nicht getrunken werden?

Bei Ödemen innerhalb des Körpers infolge einer eingeschränkten Herz- oder Nierentätigkeit darf keine Durchspülungstherapie mit Brennnessel-Tee durchgeführt werden.

Darf Brennnesseltee während Schwangerschaft und Stillzeit getrunken werden?

Die gesundheitsförderliche Wirkung von Zubereitungen aus Brennnesseln ist unbestritten. Allerdings: Da keine ausreichenden wissenschaftlichen Studien dazu vorliegen, inwiefern der Genuss von Brennnesseltee auf den Fötus bzw. den Säugling wirkt, sollte der Tee während der Schwangerschaft oder Stillzeit nicht getrunken werden.

Fazit:

Wie konnte es zu ihrem Beinamen „Unkraut“ nur kommen? Das fragt sich jeder, der sich die heilsame Wirkung der Brennnessel vor Augen fĂĽhrt. Wurde die Heilkraft nicht nur der Brennnessel, sondern auch vieler anderer Kräuter mit Aufkommen synthetischer Medikamente bis vor Kurzem fast vergessen, wird sie heute zurecht wieder sehr geschätzt.

Quellen:

http://pennstatehershey.adam.com/content.aspx?productId=107&pid=33&gid=000275